Angstzustände und Stressbewältigung – Wie Du als Mann Angst überwinden kannst!

Stress ist der ständige Begleiter eines jeden Menschen. Grundsätzlich sind stressige Situationen sogar positiv, weil sie Dich fordern und wachsen lassen. Kritisch wird es dann, wenn Du das Gefühl hast, dem Druck nicht standzuhalten. Dann kann es gut sein, dass Du Angstzustände hast, die Deine Gesundheit negativ beeinflussen.

Nun sind Männer nicht dafür bekannt, sich Schwächen einzugestehen. Gerade dann, wenn es um Angst oder Panik geht, fällt es nicht leicht, ehrlich mit sich selbst zu sein. Der größte Fehler, den man als Betroffener aber machen kann ist, die Symptome zu ignorieren und zuzusehen, wie das Leben Schritt für Schritt außer Kontrolle gerät.

Herzrasen, schwitzende Hände, Kurzatmigkeit. Du fühlst Dich in eine Ecke gedrängt und musst Dich entscheiden ob Du kämpfst oder fliehst. Kommt Dir das bekannt vor? So fühlt sich eine Panikattacke an. Für Personen, die nicht an einer Angststörung leiden ist es schwierig, diesen Moment nachzuvollziehen.

Natürlich sind die Symptome leicht zu beschreiben. Trotzdem ist es dieser plötzlich auftretende Moment von Panik und Angst, der kaum in Worte zu fassen ist. Dieser Moment, der einen Mann innerhalb von Sekunden vom normal funktionierenden Erwachsenen zu einer primitiven Version seiner selbst werden lässt.


Plötzlich Verantwortung

Besonders häufig treten Angstzustände das erste Mal in das Leben von Männern, wenn Abitur oder Studium abgeschlossen sind und sie das erste Mal vor den Herausforderungen des wahren Lebens stehen. Plötzlich besteht der Alltag nicht mehr zu einem Großteil aus Freizeit und man erkennt, dass es Zeit ist, auf eigenen Beinen zu stehen. Wie geht man mit dieser Situation um?

Während es vielen jungen Männern gelingt, den Übergang in das Leben eines Erwachsenen zu meistern, müssen einige erkennen, dass sie sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Es dauert nicht lange und die ersten Panikattacken klopfen an der Tür.


Diagnose Sozialphobie

Zu diesem Zeitpunkt fühlt man sich verloren. Leidet man wirklich unter einer Krankheit? Ist man verrückt? Oder einfach nur nicht männlich? Wieso sind Bekannte nicht betroffen? Weil man in seinem Umfeld kaum identische Anzeichen bei Freunden findet, fühlt man sich isoliert. Diese aussichtslose Lage verschlimmert die Situation.

Irgendwann wird der Entschluss gefasst, einen Arzt aufzusuchen. Mit wem sonst spricht man über ein solch sensibles Thema? Meistens ist die Diagnose eindeutig – Sozialphobie. Im ersten Moment eine Erleichterung für jeden Betroffenen, weiß er nun, dass er wirklich von einer Krankheit betroffen ist und keine Schuld an seiner Situation trägt.


Ursachen statt Symptome

An der Gefühlslage ändert die Diagnose jedoch wenig. Nicht selten sind Medikamente, die die Angstzustände bekämpfen, die erste Wahl der Ärzte. Natürlich bekämpfen diese die Symptome, nicht aber den Ursprung der Krankheit. Weil Mediziner davon überzeugt sind, dass man eine Sozialphobie physiologisch nicht behandeln kann, werden alternative Methoden kaum beachtet.

Fakt ist aber, dass es einigen Männern durchaus gelingt, der Medikation den Rücken zu kehren und mit ihrer Krankheit auf ihre ganz eigene Art und Weise umzugehen.


Sport gegen die Angst

Auch wenn es stereotypisch klingen mag und viele es nicht gerne hören möchten, Sport hilft nicht nur gegen lästige Fettpolster, sondern auch gegen auftretende Depressionen und Angstzustände. Neben einem ausgewogenen Krafttraining, das erwiesenermaßen für den Ausstoß von Glückshormonen sorgt, bietet sich auch das Laufen im Freien an.

Solange man damit beschäftigt ist, seinen Körper zu trainieren, bleiben Sorgen und Ängste im Hintergrund und geistern nicht durch den Kopf.

Auch ein einfacher Spaziergang kann Abhilfe schaffen. Du merkst, dass wieder so ein Tag ist, an dem irgendetwas nicht stimmt? Du weißt aber nicht, warum Deine Stimmung so mies ist? Schnapp Dir Deine Kopfhörer, ein gutes Buch und mach Dich auf den Weg an die frische Luft.

Während der Sport durch körperliche Erschöpfung dafür sorgt, dass unwichtige Probleme in den Hintergrund rücken, trägt die Zeit in der Natur dazu bei, dass Du Dich entspannen und Dinge reflektieren kannst.

Gerade dann, wenn Du den ganzen Tag im Büro verbringst, gibt es kaum etwas sinnvolleres, als Dich zu einem Spaziergang im freien zu motivieren. Warum? Du sitzt mehr oder weniger gefangen für 8 Stunden in einem kleinen Raum ohne Tageslicht. Jetzt hast Du zwei Optionen. Entweder Du legst Dich auf die Couch in den nächsten Quadranten oder Du bewegst Dich aktiv an der frischen Luft. Welche Option wird Deinem Wohlbefinden wohl mehr bringen?


Analysiere Dich selbst

Du bist bereits körperlich aktiv, hast eventuell schon einen festen Trainingsplan? Trotzdem überkommt Dich hin und wieder das Gefühl von Panik und Angst? Dann fehlt es eventuell in einem anderen Teilbereich Deines Lebens an Ausgewogenheit.

Angst basiert meistens auf einer kleinen Sache, der man eigentlich kaum Beachtung schenken muss, die aber so dominant wird, dass sie einen negativen Einfluss auf Dein Leben nimmt. Warum nicht einfach Dein Gehirn darauf konditionieren, aus diesen Momenten zu flüchten?

Nicht immer wird es Dir gelingen, einen kühlen Kopf zu bewahren. In vielen Fällen hilft es jedoch, tief durchzuatmen, die aktuelle Situation zu betrachten und zu hinterfragen, warum Du Dich gerade so fühlst wie Du dich fühlst.

Entweder erkennst Du dann, dass es eigentlich Nichts gibt, was Dich beunruhigen muss oder Deine Bedenken sind gerechtfertigt und Du kannst direkt nach einer Lösung suchen.


Lass es laufen

Eine weitere Option Deine Angst aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten, ist die pure Auslebung Deiner Emotionalität. So verrückt es auch klingen mag, manchmal wird es Dir helfen, alle verrückten Gedanken in Deinem Kopf zu verschriftlichen.

Deine Angst wird durch eine bestimmte Person verursacht? Schreib ihr einen Brief, auch wenn Du nie auch nur mit dem Gedanken spielst, ihn zu versenden. Du möchtest die Ursache Deiner Angst finden? Erstelle eine Mindmap und schreibe Dir Deine Sorgen von der Seele.

Egal, mit welchem Ansatz Du Deine Gefühle am besten ausdrücken kannst, wichtig ist, dass Du es machst. Zeichne, Tanze, spiele Klavier. Letztendlich geht es nur darum, dass Du ein Hobby findest, welches Dir die Möglichkeit bietet, frei von jeglichen Zwängen Deine Emotionen auszuleben.


Ein wenig mehr Mönch sein

Yoga ist etwas für Frauen? Ganz und gar nicht. Yoga besitzt ein unglaubliches Potenzial, um Ausgeglichenheit zu schaffen. Es fordert Deinen Körper auf eine Art und Weise, die Du durch ein Training mit Gewichten nie erfahren kannst, fordert dabei aber mindestens genau so viel mentale Disziplin.

Erfahrungsgemäß entwickelt sich eine anfängliche Scheu vor dem Yoga schnell zu einer kleinen Sucht, nicht nur weil Du lernst, wie Du Deinen Körper Stück für Stück an seine Grenzen bringst, sondern auch, weil Du erkennst, wie Du die Stimmen in Deinem Kopf verschwinden lassen kannst.

Zusätzlich zum Yoga bietet sich auch aktive Meditation an. Warum? Weil es funktioniert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wird es Dir gelingen, über einen langen Zeitraum still auf einem Fleck zu sitzen, Deine Atmung zu kontrollieren und Dich von sämtlichen Gedanken zu trennen. Dadurch werden Angstzustände im Keim erstickt.


Hör auf Deinen Körper

Deine Ernährung spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle, wenn es um Dein allgemeines Wohlbefinden geht. Hand in Hand damit geht auch ein qualitativ hochwertiger Schlaf. Um einen praktikablen Ansatz zu verfolgen, bei dem Du Dich nicht mit genauen Details beschäftigen musst, reicht es schon aus, genügend Wasser zu trinken, kleinere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen und mindestens 8 Stunden zu schlafen.

Wenn Du von Angststörungen betroffen bist, empfiehlt es sich zusätzlich, Abstand von Alkohol und Drogen zu nehmen. Auch, wenn sie kurzfristig Deine Stimmung verbessern können, katapultierst Du Dich auf lange Sicht gesehen in einen Teufelskreis, der Deine Situation unweigerlich verschlimmern wird.

Versuche nicht zu ignorieren, was Dein Körper Dir sagen möchte. Deine Angst entsteht aus einem bestimmten Grund und Du musst lernen damit umzugehen. Die Gefühle mit fragwürdigen Substanzen kurzzeitig zu betäuben ist die denkbar schlechteste Lösung, die Du wählen kannst.


Medikamente

Die Zahlen sind erschreckend. Über 12 Millionen Deutsche leiden unter Angststörungen und die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Natürlich unterscheidet sich die Ausprägung und nicht jeder ist auch von extremen Panikattacken betroffen. Aus diesem Grund können die besprochenen Ansätze für eine Besserung sorgen oder auch nicht.

Ist die Krankheit so intensiv, dass man sich kaum noch aus dem Haus traut und jeglichen Kontakt zu fremden Personen meidet, führt kaum ein Weg an Medikamenten vorbei. Diese werden dabei helfen, die dunklen Orte, die man sich selbst im Kopf kreiert hat, zu verlassen.

Ob man sich dazu entscheidet, den Rest seines Lebens auf diese Substanzen angewiesen zu sein oder während der Medikation Wege sucht, um die Ursachen zu behandeln, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Angstzustände sind die bittere Realität

Im Zeitalter von Burnout, Quarter-Life-Crisis und Depression ist es von immenser Wichtigkeit, sich auch als Mann einzugestehen, dass das eigene Leben nicht zufriedenstellend verläuft.

Leider glauben immer noch viele  Menschen, dass Angststörungen nicht real sind. Diese Leute sind unbelehrbar und es lohnt sich auch nicht, mit ihnen zu diskutieren. Aus diesem Grund sollte man die eigene Energie lieber verwenden, um der Wurzel seiner Angst auf den Grund zu gehen.

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Fotos: https://unsplash.com

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