Peinliche Situationen – So reagierst Du in unangenehmen Momenten richtig!

Die Definition von „peinlich“ ist stark verwässert. Inzwischen wird das Wort genutzt, um ein Adjektiv zu finden, das in jeder erdenklichen Situation genutzt werden kann. Insbesondere in Posts auf Social Media Kanälen ist „peinlich“ kaum noch wegzudenken. Angeblich peinliche Situationen sind so vorprogrammiert.

Ist aber wirklich alles so peinlich? Dieses Gefühl der Angst in Deinem Kopf, wenn Du Dich in einer unbequemen Situation befindest. Ist das automatisch peinlich für jeden Beteiligten? Die simple Antwort ist „Nein!“. Meistens findet die ganze Sache nur in Deinem Kopf statt.

Frag Dich Doch nur kurz, welche eigentlich banalen Dinge Dir ein ungutes Gefühl verschaffen. Ob es die Fahrt in der U-Bahn oder das Anstehen an der Kasse im Supermarkt ist, irgendwie fühlst Du Dich in diesen Momenten nicht so richtig wohl.


Was ist eigentlich peinlich? Und für wen?

Wenn man es genau nimmt, besteht in jeder sozialen Interaktion ein riesiges Potenzial, um vermeintlich peinliche Situationen entstehen zu lassen. Das Problem besteht darin, dass es keine allgemeingültige Definition von Peinlichkeit gibt und jeder sie anders empfindet. Was für Dich peinlich erscheint, ist für Außenstehende eventuell kaum bemerkbar.

Angenommen Du hast ein Date mit einer hübschen Frau. Ihr sitzt im Restaurant und findet für einen etwas längeren Zeitraum kein Gesprächsthema. Für Dich ist dieses peinliche Schweigen natürlich unangenehm. Die restlichen Besucher werden mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch nicht einmal bemerken, dass euch gerade der Gesprächsstoff ausgegangen ist.

In einfachen Worten bedeutet das, dass etwas, was für Dich peinlich ist, nicht automatisch auch von andere Menschen so empfunden wird. Nimm Dir einen kurzen Moment, um diese Erkenntnis zu verarbeiten. Und nun analysiere Deine eigenen Verhaltensweisen.


Die Situation von außen betrachten

Wenn Du das nächste Mal bemerkst, dass sich eine peinliche Situation anbahnen könnte, verändere Deine Sichtweise und denke darüber nach, wie andere Menschen Dich gerade sehen.

Wenn eine Unterhaltung abrupt mit den letzten Worten aus Deinem Mund endet, machst Du eine Situation erst peinlich, weil Du der Person gegenüber die Möglichkeit nimmst, eine Antwort zu geben.

Gerade dann, wenn Du Deinen Gesprächspartner mit großen Augen und Schnappatmung ansiehst, wird es erst richtig peinlich. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass Du es in der Hand hast, ob eine Situation peinlich wird oder nicht – denk darüber nach, wie Du Dich verhältst.

Du hast in sämtlichen Konversationen ein ungutes Gefühl? Dann ist es ganz sicher nicht der Rest der Welt, der ein Problem mit sozialer Interaktion hat, sondern ganz alleine Du!


Normalität oder sowas in der Art

Was ist eigentlich normal in einem Gespräch? Oder in einer Situation? Gibt es so etwas wie Normalität? Stell Dir vor, Du bist auf dem Weg zur Arbeit und stehst in der U-Bahn. Ein Mann steigt ein. Er ist barfuß und trägt eine Radlerhose. Der Oberkörper ist unbekleidet. Auf Dich wirkt das nicht normal.

Für ihn selbst ist sein Auftreten aber vollkommen in normal. Peinliche Situationen kennt er überhaupt nicht und hat sich wahrscheinlich noch nie Gedanken darüber gemacht, wie andere Menschen ihn wahrnehmen. Anzunehmen, dass jeder Mensch Deine Gefühle teilt, ist nicht nur egozentrisch, sondern auch engstirnig.

Aufgabe für Dich: Wenn Dir wieder etwas peinlich vorkommt, achte darauf, was um Dich herum geschieht. Wenn die Person Dir gegenüber zufrieden und gelassen ist, obwohl Du gerade im Erdboden versinkst, ist die Situation wahrscheinlich gar nicht so schlimm wie Dein Kopf Dir vermitteln möchte.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Dich in die Situation Anderer zu versetzen. Wie nehmen sie eine Situation wahr? Wie fühlen sie sich dabei?

Selbst wenn Du Dich in einer richtig unangenehmen Situation befindest, liegt es in Deiner Hand, jeden Beteiligten aus dem Loch der Peinlichkeit zu ziehen. Das ist nicht nur für die akute Situation hilfreich, sondern zeigt auch Deine Führungsqualität. Warum? Weil Du mit Deinem Handeln den Tag anderer Menschen retten kannst.


Das ständige Streben nach Verbesserung

Wie so oft im Leben, macht Übung auch beim Vermeiden von peinlichen Situationen den Meister. Es zählt einzig und alleine die Erfahrung, die Du sammeln kannst. Eine Plug & Play Lösung gibt es nicht, um Peinlichkeit und Unwohlsein von jetzt auf gleich verschwinden zu lassen.

Üben, üben, üben. Du musst lernen, Dich in jeder noch so schwierigen Lage zurechtzufinden. Wie? Indem Du einen kühlen Kopf bewahrst und erkennst, wie Du Dich aus der Misere manövrieren kannst. So gut wie jede peinliche Situation endet in unangenehmer Stille – hast Du eine erlebt, kennst Du alle.

Hast Du Dich jemals gefragt, warum es vielen Menschen gelingt, nie ohne Worte dazustehen? Ganz einfach. Sie bedienen sich einer Technik, die kugelsicher zu sein scheint.


Das Baummodell

Stell Dir eine Konversation wie einen Baum vor. Die Eröffnung eines Gesprächs startet bei den Wurzeln. Viele Wurzeln bedeuten automatisch, dass es auch unzählige Möglichkeiten gibt, eine Konversation zu starten. Aus diesen Optionen entsteht der Baum, sie nähren ihn.

Sobald das Fundament des Baums entstanden ist, folgt das Hauptthema des Gesprächs – der Stamm. Von diesem Stamm aus entspringen endlos viele Äste, Blätter und Früchte. Nun kommt es ganz darauf an, wie Du Dich entscheidest.

Entweder Du suchst fluchtartig nach dem Ende des untersten Astes und bleibst bei Deiner begrenzten Sicht auf die Welt oder Du öffnest Dich neuen Erfahrungen, bis Du die Krone des Baums erreichst und mit ganz neuen Erkenntnissen auf die Welt blicken kannst.


Klettern lernen

Alles schön und gut, aber wie gelingt es Dir, die Spitze des Baums zu erklimmen, ohne eine peinliche Situation entstehen zu lassen?

Ganz simpel. Indem Du systematisch und methodisch kletterst. Wenn Du versuchst, von einem Ast zum nächsten – also von einem Thema zum anderen – zu springen, bietet sich viel Potenzial für Unterbrechungen.

Nun musst Du eingreifen können. Die Fähigkeit, genau jetzt ein Gespräch wieder aufleben zu lassen, basiert auf einer banalen Sache: Du hast Deinem gegenüber bisher genügend Aufmerksamkeit geschenkt, um einen für ihn – oder für euch beide – interessanten Punkt anzusprechen.

So kann das Gespräch weitergeführt werden, bis der Baum erklommen wurde und Du kilometerweit blicken kannst.


Sei der Kletterer, nicht die Axt

Du siehst, es ist gar nicht so schwer. Alles, was Du tun musst, um peinliche Situationen zu meistern, ist zu klettern. Und zwar so, dass Du auch bei abbrechenden Ästen schnell reagieren kannst.

Lerne, nach den Früchten zu streben, die jede Konversation für Dich bereithält. Es steckt unglaubliches Potenzial in jeder Begegnung. Nutze es.

Wenn Du also beim nächsten Mal wieder schnell einem Gespräch entkommen möchtest, atme kurz durch und entscheide Dich, der Mann zu sein, der den Baum erklimmt, nicht der, der ihn fällt.

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Fotos: https://unsplash.com

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